Foodbar genussblogs.net

Das Genussblog

fress:publica08, das kulinarische Treffen

An dieser Stelle mache ich es kurz. Auf der fress:publica08 am 19. April 2008 waren Dutzende kulinarische Bloggerinnen & Blogger & Sympathisanten versammelt. Schee wars. weiß Initiator & Lokalbereitsteller Fressack in gewohnter kurzer und prägnanter Form bereits des Nachts mitzuteilen.

Auf der Seite “Aktuell im Fokus: fress:publica08” erscheinen ab sofort alle Beiträge zum kulinarischen Treffen. Damit auch dein Beitrag erscheint, erwähne einfach irgendwo in deinem Beitrag

fress:

Dann klappts!

Nachtrag
Wer von den Beitragsschreibern gekürzte RSS-Feeds anbietet, sollte darauf achten, dass das Tag fress: in dem gekürzten Beitragsteil vorkommt. Sonst erscheint der Beitrag nicht in der Liste.

Gebloggt am 20.04.2008 von TheoH im Blog | kommentieren »

Ganz und gar ungöttlich

So empfinde ich das zumindest. Ich habe schon ein bischen das Gefühl das diese kommerzielle Webseite der Küchengötter den Genussblogs hinterläuft und Stück für Stück unsere Ideen übernimmt und für sich ausschlachtet.

Nachdem dort nun begonnen wird Foodblogger zu interviewen, weil man ganz überraschend festgestellt hat das sich hinter den Blogs ganz interessante Personen befinden, frage ich mich wie lange es wohl dauert bis ein live-ticker installiert wird und Awards ausgeschrieben werden. Darüber wird doch ganz bestimmt schon nachgedacht?

Es ist ja nicht so, das man groß etwas mit Blogs zu tun haben möchte, aber deren Links und Traffic möchte man schon gerne mitnehmen, ein Blick in die Blogrolle gibt entsprechend Auskunft.
Um es einmal ganz und gar ungöttlich und damit sehr irdisch auszudrücken,
lieber Sebastian Dickhaut, ich finde das Scheiße!!

Mit lieben Grüßen

Thomas Lippert

Gebloggt am 28.03.2008 von TL im Blog | 17 Kommentare »

Der Genussticker hat neue Funktionen

Alte Funktionen sind wieder hergestellt, eine neue Funktion kommt hinzu.

Seit gestern abend hat unser Liveticker wieder Themenbereiche (Kategorien), in denen man nach neuen Blogeinträgen stöbern kann. Die Themenbereiche entsprechen weitgehend der Einteilung vor dem Tickercrash Anfang Januar 2008.

Aktualität ist auch bei dem jetzigen Liveticker Trumpf.
Wir zeigen maximal die jüngsten 250 Artikel an, auf eine Archivierung der Artikel auf genussblogs.net verzichten wir bewusst.

Eine Neuerung gibt es aber.
Auf der Seite Aktuell im Fokus wollen wir auf Beiträge zu Themen verweisen, die unseres Erachtens gerade angesagt sind bzw. heiß diskutiert werden oder auf Events hinweisen. Ferner verlinken wir dort Beitragsperlen, die uns auffallen. Wenn du einen Vorschlag hast, maile uns. Wir prüfen die Anfragen gerne, sind dabei aber sehr selektiv.

Na! Vielleicht ist diese Ergänzung sogar ausbaufähig.

Gebloggt am 24.02.2008 von TheoH im Blog | kommentieren »

Im Interview: Claudio - Anonyme Köche

Vorschaubild, wenn das Tool so will
Zu den Überraschungen und Entdeckungen der Genussblogs Awards 2007 gehörte mit Sicherheit das Blog Anonyme Köche. Anonymekoeche.net wird geschrieben von 3 Schweizer Autoren und gehört für mich zu spannendsten Blogs in der Genussblogs Szene. Claudio stand mir am vergangenen Freitag in einem Interview 2 Stunden Rede und Antwort.

Guest_4902 : Hi, Thomas, ich bin da.

TL : Alles klar, kurioser Name hast du dir da ja ausgesucht!!

Guest_4902 : Claudio? Den haben mir meine Eltern gegeben.

TL : Nein, ich meinte Guest_4902, Witzbold!!

Claudio Del Princi : Ach so! Hab ich übersehn. Warte, ich fummle mal dran rum …

TL : Startklar?

Claudio : Nee, stopp! So, jetzt sollte es richtig sein.

TL : Hoi Claudio, hast du es dir bequem gemacht? Ich denke du sitzt in der Küche und nebenher machst du die letzten Schenkeli und Fasnetsküchle schliesslich beginnt bei euch demnächst die Fasnacht!

Claudio : Ciao Thomas

Nicht ganz. Ich sitze mit einem Glas Rotwein – wie du hoffentlich auch – vor dem Laptop in meinem Büro. Und ich muss dich gleich nochmals enttäuschen: Die Fasnacht halte ich so weit wies geht fern von mir.

TL : Tatsächlich sitze ich da mit Kamillentee.
Keine Fasnacht? Schade die ist doch so aussergewöhnlich in der Schweiz.

Claudio, es ist richtig das Blog Anonyme Köche wird betrieben von 3 Blogautoren?

Claudio : Ja, Patrick und ich hatten die Idee, die Anonymen Köche als Blog aufzugleisen. Comenius war dann auch sofort Feuer und Flamme, als Co-Autor dabei zu sein.

TL : Für gewöhnlich haben deutschsprachige Foodblogs Namen wie “Kochen mit Fritz” oder “Ursulas Rezeptesammlung” . Wie kommt es dazu dass ihr euch “Anonyme Köche” nennt? Hat es mit dem “Kochwahn” zu tun von dem schreibst?

Claudio : Ich glaube schon, dass wir unser Umfeld mit unserem Gesülze oft zum Kochen bringen. Wir reden ständig übers Essen & Kochen. Als wir dann gemerkt haben, dass es die Leute um uns so langsam dicke hatten, sahen wir uns plötzlich wie Abhängige. Dann sprang irgendwie der Funke über und einer sagte: «Wir müssten nicht zu den Anonymen Alkoholikern, sondern zu den Anonymen Köchen!» Gesagt, getan.

TL : Wie wirkt es sich denn bei dir aus wenn du nicht kochen kannst, darfst oder sollst?

Claudio : Daran darf ich nicht einmal denken! Stell dir vor, letzten Sommer waren wir drei Wochen auf Sardinien, davon ein einziges Mal in einem Restaurant. Ich stand, glaub ich, mehr in der Küche als am Strand zu liegen: morgens, mittags, abends – einfach traumhaft (für andere wohl eher traumatisch).

TL : Also du fährst zum kochen in den Urlaub?

Claudio : Oder um mich in einem Hotel wie eine Mastgans stopfen zu lassen.

TL : Aber wäre dann nicht nahliegend gewesen einen Beruf auszuüben der mit Kochen zu tun hat? Als Trio könntet ihr ein Restaurant betreiben.

Claudio : Davon reden wir andauernd! Mir würde eine richtig gute Sandwich-Bar mit ausgefallenen, aber ehrlichen Sandwiches reichen. Oder ein kleines Restaurant, ähnlich wie die Slow-Food-Trattorie in Italien, wo jeden Tag nur ein Menü gekocht wird. Aber wir haben doch einen Höllenrespekt vor dem wirtschaftlichen Druck und von den abstrusen Arbeitszeiten. Meine Verbeugung vor allen Profiköchen da draussen: Ihr leistet einen Riesenjob! Ich könnt das glaub nicht.

TL : Bist du dann ein superkritischer Restaurantbesucher, oder kannst du ganz entspannt auswärts essen gehen?

Claudio : Ich bin schon heikel. Lieber verzichte ich auf ein Essen, als mich an einen x-beliebigen Tisch zu setzen. Wenn ich dann mal sitze, nerve ich vielmehr meine Begleiter mit meinen süffisanten Kommentaren. Dem Personal gegenüber bin ich ein sehr entspannter Gast. Ich hasse nichts mehr als Hobbykritiker, die das Personal lautstark piesacken. Das ist einfach stillos. Und ich versuche immer etwas zu lernen oder eine Rezeptidee mitzunehmen.

TL : Und wenn du nachts heimkommst haust du dir ein Lamm-Coquille in die Pfanne?
Hast du Spass daran ab und zu ganz alleine für dich zu kochen?

Claudio : Ab und zu, ja. Das brauchts schon. Eine Kalbsleber kann ich meiner Familie nicht auftischen. Die geniesse ich dann alleine. Ich hab aber auch schon mit Comenius nachts um zwei ein Dutzend Kalbsschnitzel auf 12 verschiedene Arten gebraten, um herauszufinden, welche Pfanne mit welchem Bratfett oder Öl den Geschmack beeinflusst. Aber ganz allgemein beschäftigt mich die Verarmung des Kochens. Viele allein stehende Menschen oder sogar Familien mit Kindern sind einfach so was von kochfaul. Da bin ich das pure Gegenteil.

TL : Ich fürchte ich gehöre zu den kochfaulen!

Euer Blog besticht neben dem Blogtitel auf den nächsten Blick durch einen ganz besonderen Header. Ein Mann mit riesiger Mütze auf blauem gekacheltem Hintergrund.
Ein echter Hingucker. Habt ihr das selber gestaltet?

Claudio : Ich hoffe, das lesen unseres Blogs animiert dich, mehr zu kochen!
«Das Leben macht Spass mit Demiglace», ursprünglich war das ein Sticker, den Patrick (er ist Illustrator) für ein Kunstprojekt von Comenius und mir gestaltet hat. Er entspringt einer Serie von Nonsensphrasen, die von verschiedenen Graphic Designern als Sticker umgesetzt wurden. Ich finde, er passt gut zum rough style unseres Blogs.

TL : Es passt perfekt!
Und wie ist der Text auf der Kochmütze zu verstehen?
Macht das Leben wirklich mehr Spass mit Demi Glace als mit normalem Glace?

TL : Glace ist doch ein Eis, wenn ich mich recht an meine Schweizer Wurzeln erinnere?

Claudio : Demiglace ist eine Sauce aus reduziertem Fond mit Rotwein, eine braune Kraftsauce aus ausgekochten Knochen und Gemüse. Nach der Lektüre von Anthony Bourdins rotzigen Kochbüchern, in denen er davon schwärmt, waren wir total elektrisiert und seitdem produzieren wir hektoliterweise von diesem klebrigen Himmelszeug.

TL : Aaaah, siehst du, es ist doch Sinnstiftend wenn man eine Fremdsprache kann. Ich überlege die ganz Zeit was wollen die mit einem Eis …

Zurück zu den Schnitzeln, welche Kombination war denn nun die beste oder dürfen wir darüber mal im Blog lesen?

Claudio : Moment, wie jetzt Schweizer Wurzeln?

TL : Na ja, Vater Deutsch, Mutter Schweizerin, Geschwister in der Schweiz geboren, dann umgezogen nach Deutschland, dort bin ich geboren und somit im Gegensatz zu meinen Geschwistern Deutscher :-)
Also, ein bischen Schweizer Blut rauscht auch durch meinen Körper. Aber bei uns wurde natürlich nach Schweizer Art gekocht und eingekauft, mindestens einmal im Monat gings über die Grenze …

… und Schweizerdeutsch versteh ich somit ganz gut.
Ausser dem Glace …

Claudio : Ja, diesen Test müssen wir mal wiederholen und dann auf dem Blog posten. Ich glaube, am Schluss waren wir zu müde und zu betrunken, um ein valables Fazit zu ziehen.

Claudio : Gretchenfrage: Wem drückst du die EM-Daumen, Deutschland oder der Schweiz?

TL : Den Deutschen und dann den Schweizern. Ich hab sie furchtbar gern, aber bei der WM waren sie wirklich enttäuschend.

TL : Hast du eine Idee warum wir im Deutschen es nicht schaffen gescheite Rösti zu machen? Ganz zu schweigen von einem ordentlichen Sugo wie von dir im Blog beschrieben? Warum gibt es in Deutschland keine Schockistängeli?

Claudio : Uff, jetzt hast du mich in der Zange! Sagen wirs so: Alles braucht seine Zeit. Und heute ist sie reifer denn je. Mit all den Tsunamis an Kochbüchern die den Markt überschwemmen, Kochsendungen und nicht zuletzt den boomenden Foodblogs wird sich am Deutschen Herd (wie auch anderswo) sicher nachhaltig was verändern. Aber ich finde auch, man sollte nicht nur in die Ferne schweifen. Warum nicht wieder deutsche Küchenklassiker à fond lernen und ehrlich und authentisch zubereiten?

Zum Fussball: Ich möchte nicht näher auf die (leider zu oft an den Tag gelegte) Unfähigkeit der Schweizer eingehen, über sich selbst hinauszuwachsen!

TL : hast du noch ein paar Minuten?
Comenius hat sich ja Gedanken darüber gemacht wie, oder zu was man eine Plazenta verarbeitet.
Ich frage mich wie weit kann man gehen wenn es um den Geschmack geht? Denken wir doch nur an das Pferdefleisch, in Deutschland nahezu komplett vom Teller verbannt, in der Schweiz immer noch zu haben. Unter dem Gesichtspunkt des Geschmacks müßte man vermutlich auch Ratten essen, aber unsere Kultur verbietet es! Wäre es für dich denkbar aus diesem Kulturkreis auszubrechen und z.B. Insekten zu essen?

Claudio : Ich hab noch Zeit ja, ich geniesse unser Gespräch in vollen Zügen.
Und by the way, Chapeau! dass du dir die Zeit nimmst. Ich finde du und Theo macht einen grossartigen Job. Ihr habt einiges Bewegt unter den Foodbloggern – Netzwerken vom Feinsten!

Zum Kulturschock: Ein sehr weitläufiges Thema. Ich finde, man sollte grundsätzlich das imperialistische Gedankengut ablegen, dass nur das was wir essen “richtig” ist. Auf der anderen Seite müssen wir lernen, dem was wir essen, allem voran Tiere, mit mehr Respekt gegenüber zu treten.

TL : Jetzt muß doch mal nachfragen, bist du der Slow Food Bewegung verbunden?

Claudio : Ich kann das unterschreiben, ja. Aber ich bin nicht Mitglied. Jeder kann für sich selbst auf Slow Food umschalten, wenn er seinen Kopf einschaltet. Gedankenlos in die Tiefkühltruhe greifen ist schon ziemlich abgestumpft. Ich versuche halt wach zu sein, mich zu informieren und saisongerecht und regional einzukaufen (was leichter gesagt als getan ist, ich will hier nicht angeben.)

TL : Du bist so verrückt nach guten Essen, das du sogar einen Tag lang bei einem Pizzabäcker gearbeitet hast um von ihm zu lernen.
Hat es denn geklappt? Ist deine private Pizza so gut wie die von Cesidio?

Claudio : No way! An die von Cesidio komm ich im Leben nicht heran. Aber weisst du was, das ist auch gut so. Ich liebe Dinge, die nicht jederzeit verfügbar sind und deren Geheimnisse nicht restlos gelüftet werden. Das macht sie ja gerade so kostbar, oder nicht?

TL : Stimmt, genau darin liegt die Faszination des Genusses!

TL : Euer Blog hat teilgenommen bei den Genussblogs Awards 2007, und wurde von der Jury nominiert. Eine große Auszeichnung wie ich meine. Gab es bei euch diesbezüglich irgendwelche Reaktionen? Mehr Besucher oder Kommentare zum Beispiel?

Claudio : Die Nominierung hat uns extrem gefreut, ihr habt da wirklich eine Rakete gezündet! Allerdings sind wir ja erst zwei Wochen vor den Awards online gegangen. Ich kenne also keine Vor-den-Genussblogs-Awards-Zeit. Sehr erstaunt bin ich über die grosse Leserschaft und die Kommentare aus Deutschland. Wo sich wohl all die Schweizer verstecken? Dass ihr jetzt den Newsticker eingeführt habt und die Interviews bietet, wird sicher zu noch mehr Traffic führen – ihr macht das spitze!

TL : Danke für die Blumen. Wir tun unser Bestes.
Die Schweiz ist halt klein und hat darum weniger Blogger, die kommen aber noch, ganz bestimmt. Zudem es gibt ja wirklich tolle Blogs in der Eidgenossenschaft
Zurück zu den Awards:
Ihr habt als ganz junges Blog mit damals recht wenigen Beiträgen viele renomierte Foodblogs hinter euch gelassen. Was denkst du denn, was die Jury an eurem Blog so fasziniert hat?

Claudio : Tja, das kann wohl nur die Jury beantworten. Ich finde auch, dass es grossartige Foodlblogs gibt und alle, die mit Hingabe, grossartigen Storys, Rezepten und Bildern aufwarten, hätten eine Nominierung verdient. Wir bei den AK versuchen einfach so rüber zu kommen, wie wir sind. Ohne Berechnung, ohne Ziele oder Zielpublikum zu definieren. Wir wollen Spass haben bei dem was wir tun und die Leute, die uns lesen sollen das auch haben. Deshalb achten wir einfach darauf, authentisch und ungekünstelt zu sein. Wenn sich dann noch eine gute Story ergibt und ein paar nette Bilder: Bingo!

TL : Authentisch ist wohl das Stichwort, das gelingt euch fantastisch.

Vorletzte Frage:
Welches Land würdest du gerne einmal für mehrere Monate bereisen um die Küche kennen zu lernen? Italien gilt nicht! Was würde dich reizen?

Claudio : Ohne eine Sekunde zu zögern: Japan!

TL : Echt? Warum? Der Fisch?

Claudio : Alles. Die spinnen, die Japaner. Kennst du grössere Zeremonienmeister in der Küche? Die Franzosen vielleicht? Ha! Das hätten sie wohl gerne! Die Einfacheit, die Reinheit, diese Askese und totale Beschwörung von Frische und Qualität – einzigartig. Nur mit den Haifischflossen, dem Walfang und so könnten sie mal aufhören. Aber pscht! Jetzt denkt vielleicht wieder der imperialistische Kleingeist in mir.

TL : Dann bin ich gespannt, wie ich dich einschätze wirst du das ja dann auch irgendwann angehen. Das wird ein Inferno an Text und Bildern bei den Anonymen Köchen!!!
Jetzt hast du mich richtig neugierig gemacht wie du die letzte Frage beantworten wirst.
Wen würdest du gerne einmal hier im Interview lesen?

Claudio : Da brauch ich auch nicht gross zu zögern: Mike Seeger vom olivenoelkontor. de

Er ist ein richtiger Cowboy, ein passionierter Olivenölapostel und tiefschwarzer Humorist. Ich kenne ihn nur durch seine treffenden Kommentare bei uns und natürlich von den Beiträgen auf seinem Blog. Ich würde gerne mehr über ihn erfahren.

TL : Wunderbar, das wird interessant!!
Also Claudio, ich danke dir ganz herzlich das du dir Zeit genommen hast, es hat ja doch wieder über 2 Stunden gedauert und ich könnte gerade nochmal soviel dranhängen.
Mir hat es richtig Spass gemacht.

Grüß mir die anderen beiden Blogger!!
Tschau Claudio

Claudio : Gerne. Ich danke dir auch für deine Zeit. War mir ein grosses Vergnügen. Und nochmal: Thumbs up für eure Seite!

Gute Nacht, ihr beiden.

Gebloggt am 13.02.2008 von TL im Blog | 2 Kommentare »

Mit Werbung voll geballerte Blogs …

… haben hier bei Genussblogs.net nichts verloren. Ich arbeite gerade die Anmeldungen der letzten Wochen ab und muß einiges in die Mülltonne werfen. Das kostet uns Zeit und Nerven. Wenn auf einem Blog die Werbung mehr Platz einnimmt als der eigentliche Text, klopfen wir es in Mülltonne!!

Natürlich ohne Rückantwort, die wäre nur Zeitverschwendung!

Gebloggt am 11.02.2008 von TL im Blog | 9 Kommentare »

Im Interview: Bernhard Fiedler - Bernhard Fiedlers We(in)blog

Vorschaubild, wenn das Tool so will
In der vergangenen Woche stand mir Bernhard Fiedler im Genussblogs.net eigenen Chatroom Rede und Antwort. Bernhard Fiedler habe ich deshalb zum Interview gebeten, weil sein Blog für mich fachlich derzeit das beste Weinblog ist das ich kenne. Grund genug einmal nachzufragen woher diese Komepetenz kommt und welche Person sich hinter diesem Blog verbirgt.

TL : Bernhard ich hoffe du hast es dir ein bischen gemütlich gemacht?
Wo hast du dich denn zum Inteview eingerichtet?
Im Büro, Wohnzimmer auf dem Schlepper oder direkt im Weinkeller?

Bernhard Fiedler : Ich sitze dort, wo ich normalerweise auch blogge: Am Schreibtisch meines Privat-Büros, direkt neben dem Wohnzimmer. Da ich nicht im Betrieb wohne und auch keinen Laptop mein eigen nenne fällt der Weinkeller und auch der Traktor flach.

TL : Beschreibst du uns ein bischen dein Weingut? Wer arbeitet dort und wieviel Wein erzeugst du?

Bernhard Fiedler : Also: Meine Eltern und ich bewirtschaften knapp 10 Hektar Rebfläche, die je zur Hälfte mit Weiß- und Rotweinsorten bepflanzt sind. Daraus werden je nach Jahrgang zwischen 35.000 und 45.000 Flaschen Wein.
Nachdem meine Eltern gottseidank noch nicht in Pension (Rente) sind und den Betrieb führen, bleibt mir nebenbei noch ein bißchen Zeit für meine Familie, meinen freiberuflichen Nebenjob an der Weinakademie Österreich und natürlich für´s Bloggen.
Die Zusammenarbeit zwischen den Generationen funktioniert bei uns wirklich sehr gut, was in unserer Branche aber wohl eher die Ausnahme als die Regel darstellt.

TL : Du unterrichtest in der Akademie?

Bernhard Fiedler : Ja, und mit meinen 9 Dienstjahren zähle ich dort mittlerweile zu den alten Lektoren. Der Kontakt zur Weinakademie Österreich hat sich vor 15 Jahren über ein Ferialpraktikum ergeben. Zwischenzeitlich war ich auch einmal drei Jahre fix teilzeitbeschäftigt und für die gesamte Weinlogistik zuständig. In der Zeit habe ich auch die Seminare besucht bis hinauf zum Diplomseminar, das die Weinakademie in Zusammenarbeit mit dem WSET in London anbietet. Und irgendwie hat es sich dann ergeben auch selbst Weinseminare zu halten.

TL : Welche Fächer untrichtest du?

Bernhard Fiedler : Fächer kann man das wohl nicht nennen. Die Weinakademie ist keine Weinbauschule für Winzer, sondern der “verlängerte Arm” der Österreichischen Weinwerbung, der sich vorwiegend an private Weininteressierte richtet.
In den verschiedenen, teilweise aufeinander aufbauenden Seminaren geht es darum, den Leuten das Verkosten und Beschreiben von Wein nahezubringen und ihnen einen mehr oder weniger detailierten Überblick über die österreichischen Weinbaugebiete zu verschaffen. In ziemlich verkürzter Form sind auch Weinbau und Kellerwirtschaft Teil des Seminars. In den unteren Seminarstufen rede ich über alle diese Themen,in den oberen habe ich mich auf Verkostungstrain ing, Weinbau, Kellerwirtschaft und Prüfungstraining spezialisiert.
Außerdem erkläre ich Neueinsteigern in Sachen internationale Weinwelt die aufgespriteten Wein, Mittel- und Osteuropa sowie Deutschland und Elsaß.

TL: Ich finde die Nähe eures Weingutes zu Ungarn sehr spannend. Ist es spannend?

Bernhard Fiedler: Die Nähe zu Ungarn ist zweifellos spannend. Die historische Hauptstadt des Burgenlandes ist die Stadt Ödenburg (heute Sopron), und Mörbisch war über Jahrhunderte als Stadtdorf im Besitz der Ödenburger. Ödenburg/Sopron ist im Vergleich zu Eisenstadt (das nach dem Verbleib von Ödenburg/Sopron bei Ungarn aufgrund der Friedensverträge nach dem ersten Weltkrieg zur neuen Landeshauptstadt bestimmt wurde) tatsächlich eine Stadt, während Eisenstadt nur ein übergroßes Dorf ist. Es ist zu erwarten/erhoffen, dass Sopron seine Rolle als Zentrum der Region nach dem EU-Beitritt Ungarns 2004 und dem Schengen-Beitritt im Dezember des vergangenen Jahres wiedererlangen wird.
Leider habe ich zwar einen “intellektuellen ” Bezug zu Ungarn, aber keinen “emotionalen”. Ich denke, dafür bin ich einfach zu sehr von meiner Jugend am eisernen Vorhang geprägt 400 Meter von meienem Elternhaus entfernt war die Welt zu Ende. Für die Touristen war der Stacheldraht ein spannendes Ausflugsziel, für mich lohnte der Blick in diese Richtung in der Zeit aber nicht wirklich.

Das hat sich zwar 1989 geändert, als hunderte Flüchtlinge aus der DDR bei Mörbisch über die Grenze gekommen sind, aber trotzdem schaue ich (sinnbildlich gesprochen) wesentlich häufiger nach Westen als nach Osten.

TL : Das ist ein breites Spektrum das du an der Akademie anbietest. Gleichzeitig habe ich in deinem Blog gelesen das du deine eigene Ausbildung zum Ing., nicht als besonders glücklich emfpunden hast. Die Elterngeneration schreibst du, hat dir mehr beigebracht?

Bernhard Fiedler: Mit meiner Ausbildung bin ich im nachhinein gesehen tatsächlich nicht besonders glücklich. Seit ich maturiert habe (der Ing. bedeutet in Österreich ja nur ein Fachabitur und ist mir ganz unösterreichisch gar nicht wichtig) hat sich wohl einiges verbessert, aber ich habe damals der Matura (Abitur) wegen meine Kellerwirtschaft sfrage wider besseres Wissen so beantwortet, wie es unser Professor haben wollte. Mein Vater hat in der Praxis deutlich andere Erfahrungen gemacht, und wie ich heute aus eigener Erfahrung, aus zahlreichen Internet-Recherc hen, Vorträgen und sonstigen Quellen weiß, sind seine Praxiserfahrunge n auch wissenschaftlich abgesichert.

Ich habe in der Tat von meinem Vater weit mehr gelernt, als während meiner gesamten Weinbauausbildung. Er ist meine Quelle für das Praktische und für das Gefühl für Boden, Rebe und Wein. Die Thorie habe ich zum Teil selbst nachrecherchiert , zum Großteil habe ich sie aber von unserem oenologischen Berater aus Frankreich nachgelernt.

TL : Wie muß man sich das vorstellen mit einem Berater zusammen zu arbeiten?

Bernhard Fiedler : Es gibt seit mittlerweile über 10 Jahren bei uns einen Verein (von bis zu 80 Mitgliedsweingütern), der gemeinsam einen Oenologen beschäftigt, der aus Frankreich stammt, an der Uni Bordeaux studiert hat, und seit Gründung des Vereines im Burgenland lebt. Für eine fixe Jahrespauschale kann ich so viele Termine mit ihm vereinbaren, wie ich für unseren Betrieb für notwendig erachte.
In den ersten Jahren war die Zusammenarbeit naturgemäß anders als heute. Am Anfang haben wir speziell in der Rotweinbereitung und im Bereich der Beurteilung der Traubenreife sehr viel von ihm lernen können. Dazu kommt “seine” Sichtweise der Weinbereitung, die stark auf die heimischen Rebsorten, auf eine lange Hefelagerzeit und einen zurückhaltenden Einsatz von Holz aufbaut.

Einiges davon haben wir übernommen und damit einen deutlichen Qualitätsfortschritt erzielen können. Manches war nicht grundsätzlich neu, sondern ohnehin schon gängige Praxis bei uns und wurde nur konsequenter bzw. mit mehr wissenschaftlichem und nicht ausschließlich empirischen Background weitergeführt Und manches habe ich nach dem Experimentierstadium auch wieder verworfen und bin zu unserem Procedere zurückgekehrt.
Heute nützen wir unseren Berater als Zugangsquelle zu internationalem Weinwissen und wissenschaftlichen Infos. Außerdem ist er ein ständiger Stachel im Fleisch, dieses oder jenes doch auszuprobieren, um noch besser zu werden. Und er ist uns Ratgeber bei den besonders wichtigen Stationen der Weinbereitung, der Bestimmung des Lesezeitpunktes, der Pflege der Jungweine und der Erstellung der (Rotwein)Cuvees.

TL : In Sachen Flaschenverschluss hast du eine eindeutige
Entscheidung getroffen. Fühlst du dich immer wohl mit dem Schraubverschluss?

Bernhard Fiedler : Ja, auch wenn ich zugeben muß, dass es einige Zeit gedauert hat, bis das komische Gefühl im Hinterkopf beim Öffnen der Flasche nicht mehr da war.
Mittlerweile beschleicht mich beim Öffnen einer Kork-Flasche gelegentlich sogar schon der Gedanke, dass dieses Kapselrunterschneidundnichtwehtundabei-Korköffnenundhoffendasernichtbröseltoderabreißt-Lotteriespielobererkorktodernichtkorkt eigentlich eine einzige Zumutung für den Weinliebhaber darstellt.
Ich weiß natürlich selber, dass das ein Extremstandpunkt ist. Aus meinen eigenen Erfahrungen heraus praktizieren wir bei unseren eigenen Weinen einen langsamen und mit viel Info begleiteten Umstieg. Der überfordert die wenigsten Kunden, zumal in Österreich die generelle Stimmung sehr schrauberfreundl ich ist.
Für mich persönlich steht mittlerweile beim Schrauber weniger der Faktor Korkgeschmacksvorbeugung im Vordergrund, sondern ich finde das Ding einfach unschlagbar praktisch in vielerlei Hinsicht.

TL : Klare Aussage!
Du scheinst dich gerne auf sehr spezifische Themen zu konzentrieren und bietest deinen Lesern kleine Serien an, wie z.B. der gläserne Wein.
Was denkst du, kann man wirklich alles bloggen? Ich für meinen Teil kann nicht behaupten das alles immer wunderbar klappt, dann habe ich gewisse Skrupel über Fehler zu schreiben. Wie weit kann man gehen beim bloggen ohne sich selber zu schaden?

Bernhard Fiedler : Das ist eine wirklich gute Frage! Wie weit kann (soll?) man gehen, ohne sich selber zu schaden?
Ich denke, dass in keinem Keller der Welt immer alles wunderbar klappt, also natürlich auch in unserem nicht. In den wirklich ganz ganz seltenen Fällen, in denen so viel daneben geht, dass es nicht mehr zu einem zumindest durchschnittlich guten Wein zu retten ist schreibe ich nicht darüber, weil wir solche Weine nicht selbst abfüllen, sondern im Faß verkaufen. Da kommt uns zu Gute, dass wir in den meisten Jahren etwas mehr Wein ernten, als wir selbst vermarkten (können). Und dort, wo es um gut, sehr gut oder noch besser geht, berichte ich hin und wieder schon. So hat es mir ein sehr positives Echo eingebracht, dass ich über die im Jungweinstadium nicht sehr zufriedenstellende Entwicklung unseres Chardonnay 2006 gebloggt habe. Witzigerweise hat sich übrigens gerade dieser Wein, an dem ich einige Wochen lang echt gezweifelt habe zu einem der besten Chardonnays entwickelt, die wir je hatten.
Auch was die Jahrgangsbeurteilung angeht, so bemühe ich mich, ein ehrliches und differenziertes Bild der Lage zu geben und nicht in den jährlichen Jahrhundertjahrgangstenor einzustimmen.
Wobei: Als “selbständiger” Kellermeister kann ich mir beim Bloggen ja nur selber schaden (und würde wohl auch etwas von meinen Eltern zu hören bekommen)
In deinem Fall ist die Sache aber wohl heikler und dein Arbeitsplatz schneller in Gefahr, oder?

TL : Ich glaube nicht das man von Gefahr sprechen könnte, aber tatsächlich hat es in meinem Blog eine Bewegung hin zu anderen Themen gegeben. Nicht zuletzt aus diesen Beweggründen heraus, ich möchte über nichts Rücksprache halten müssen worüber ich blogge oder nicht. Dementsprechend gibt es Themen die tabu, oder sagen wir eher unattraktiv sind!
Aber gut, auch ich werde dieses Jahr das Experiment der Spontanvergärung zu Grabe tragen, will sagen in die Brennblase

TL : Du bist ein alter Forumshase, was hat dich zum eigenen Blog getrieben?
Dazu ein Zitat aus deinem Blog:
“… spielte ich häufig mit dem Gedanken an ein eigenes “Weinmagazin”
Bist du auf dem Weg dort hin, oder wo wie siehst du dein Blog heute nach gut 18 Monaten online?

Bernhard Fiedler : Im Unterschied zu manchen Bloggern bin ich absolut kein Computerfreak. Die Grundfunktionen von Wordpress habe ich relativ schnell durchschaut, aber damit, wo, wie und warum es läuft beschäftigt sich gottseidank mein Bruder.
Zum Bloggen bin ich daher nicht über die “technische Seite” gekommen, sondern eher zufällig über die diversen Weinforen. Die habe ich vor ein paar Jahren mal im Internet entdeckt und seither versuche ich dort als Gerneschreiber und einer der wenigen Winzer unter überwiegend privaten Weininteressierten meine (Winzer-)Sicht mancher Dinge darzustellen. Nach einiger Zeit hat sich aus verschiedenen Gründen meine Forumsbegeisterung etwas abgekühlt und etwa zur selben Zeit habe ich das Phänomen Bloggen kennengelernt. Ab dann ging es eigentlich recht schnell. Mein Bruder hat mir auf einem nicht-öffentlichen Server einen Probeblog eingerichtet und nach zwei Monaten üben im verborgenen ging die Sache dann Anfang September 2006 online.
In einigen Bereichen ist mein Blog wohl wirklich so etwas ähnliches wie ein “Weinmagazin” oder vielleicht besser ein “Weinfachbuch für interessierte Laien”. Die Texte zu diesen Teilen habe ich ursprünglich natürlich zu einem großen Teil für meine Vorträge erdacht und das Bloggen führt jetzt dazu, dass ich sie endlich auch einmal aufschreibe ;-) Weil aber die trockene Theorie auf Dauer natürlich langweilig wird, schreibe ich auch über andere Dinge, die nicht unbedingt in ein “Weinmagazin” passen.
Das sind dann eher “interne” Details aus der Weinbaupolitik und -szene, persönlich gefärbte Erlebnisse und Infos über unser Weingut. Und hin und wieder nütze ich den Blog auch um Dinge zu veröffentlichen, von denen ich glaube, dass sie einfach auch öffentlich gesagt bzw. geschrieben werden sollten.

TL : Dein Blog zeichnet sich aus durch eine extrem hohe fachliche Kompetenz, gleichzeitig scheinst du die Gabe zu haben Dinge wunderbar erklären zu können und dies auch gern zu tun. Wein scheint für dich mehr Berufung zu sein als Beruf.
Was wäre aus dir geworden ohne Wein?

Bernhard Fiedler : Schon wieder so eine gute Frage. Aus dir wäre ohne Wein sicher ein guter Interview-Profi geworden!
Danke für die Blumen! Was ohne Wein aus mir geworden wäre? Ich weiß es nicht genau, aber auf jeden Fall hätte ich einen selbständigen Beruf, der es mir erlaubt, mich mit vielerlei Wissensgebieten zu beschäftigen. Irgend etwas zwischen Medien, Politik, Wirtschaft und Geschichte. Reich müßte ich dabei ja nicht werden, denn wenn ich das wollte, hätte ich auch nicht Weinbauer werden dürfen. Für ein gutes Glas Wein hin und wieder müßte es aber schon reichen.

TL : Die Politik könnte ich mir gut vorstellen bei dir, als Agrarexperte.
Bei einigen Artikeln in deinem Blog wird deutlich das der Grenzhof eine lange und interessante Geschichte hinter sich hat. Für dich als “Zukunftsmotor des Betriebes” ist das eher Fluch oder Segen?

Bernhard Fiedler: Sag mal, wie lange hast du dich denn eigentlich auf dieses Interview vorbereitet? All die Zitate…
In kleinen Details (wie der nur schwer zu bereinigenden Weißweinsortenvi elfalt) ein Fluch, gesamt gesehen aber auf jeden Fall ein Segen.
Auch wenn ich (bzw. wir) heute sehr vieles anders machen als vor 10, 20, 30 oder mehr Jahren: Ohne die Erfahrungen dieser Jahrzehnte könnten wir es gar nicht so machen, wie wir es machen.

TL : Was meinst du mit dem Zukunftsmotor?
Was ist deine Vision oder Wunsch wo dein Weingut stehen soll wenn du es an deine Nachfolger übergeben wirst?

Bernhard Fiedler : Der Begriff “Zukunftsmotor” stammt ursprünglich aus einer Betriebsbeschreibung, die meinem Vater, meiner Mutter und auf plakative Weise ein Rollenbild zuschreiben sollte. In dieser Konstellation bin ich tatsächlich für die laufend notwendigen betrieblichen Veränderungen zuständig. Nicht allein, nicht weil ich gescheiter (schlauer) bin, sondern generationsbedingt und weil das im Lauf der letzten 15 Jahre so entstanden ist.

Meine Visionen was unseren Betrieb betrifft sind relativ bescheiden. Ich eigne mich nicht zum Medien-Promi-Winzer in der allerersten Reihe und ziehe einen soliden Platz im gehobenen Mittelfeld vor.

Ich hoffe natürlich, dass meine beiden Töchter in 15 oder 20 Jahren auch gerne aus eigenen Stücken Weinbäuerinnen werden wollen, so wie ich damals. Wenn dem so ist, dann würde ich ihnen gerne einen finanziell gesunden Betrieb übergeben, der über eine zeitgemäße technische Ausstattung, gute Weingärten mit gesunden Böden, einen soliden Ruf und einen brauchbaren Kundenstock verfügt. Damit sie eine gute Basis für die Verwirklichung ihrer Visionen haben, die vielleicht ganz andere sind, als die meinigen

TL : Wird es für die Österreicher ein Problem sein das sich im Juni 08 Cordoba nicht wiederholt und Deutschland Europameister wird?
Oder wäre ein neues Oggau denkbar?

Bernhard Fiedler : Für die Österreicher wird es ganz sicher kein Problem sein. Schließlich sind wir ein Volk von Leuten, die “hoffnungsfroh in die Vergangenheit blicken”. (Leider fällt mir der Urheber dieses Zitats gerade nicht ein.) Damit, dass die deutschen Profi-Kicker im direkten Duell wohl besser abschneiden werden, als die deutsche Weinelf…in Oggau (und davor auch schon in München, nicht vergessen! ;-) ) kann ich leben. So viel Realitätssinn hat auch ein optimistischer Mensch wie ich.
Wenn aber Deutschland ausgerechnet in Österreich Europameister wird, wäre das schon schwer zu verdauen.
Obwohl: Wirtschaftlich gesehen wäre es gut, denn für Österreich steht bei der EM wohl weniger der fußballerische Ruf als der eines guten (Tourismus-)Gast gebers auf dem Spiel. Und wenn die deutschen Fußballfans auch noch nach Jahren an den Ort des Triumpfes pilgern, kann uns das nur recht sein :)

TL : Meine letzte Frage an dich Bernhard, wen würdest du gerne einmal hier im Interview lesen?

Bernhard Fiedler : Den Fressack.

TL: OK, ich tu mein bestes ihn in den Chat zu bekommen!!
Bernhard ich danke dir recht herzlich für die Mühe und Zeit die du dir genommen hast.

Bernhard Fiedler: Danke Thomas!

Gebloggt am 06.02.2008 von TL im Blog | kommentieren »

Genussblogs.net im c’t magazin tv

Seit dem letzten Samstag ist das Genussblogs.net auch außerhalb des Internets bekannt. ;-) Na, so bekannt nun auch wieder nicht. Aber zum ersten Mal erhielt unsere Genusszentrale hier eine Surfempfehlung im Fernsehen. Das freut uns natürlich sehr.

In einem kurzen nur 30-sekündigen Newsflash wurde die Website beim c’t magazin tv am 19. Januar 2008 vorgestellt. Dieses und die zahlreichen Wiederholungen des TV-Magazins führen dazu, dass bei Suchmaschinen vermehrt nach Genussblogs und teils sehr interessanten Wortvarianten (z. B. genussblog, genuss-blog, genuss-blogg, genuss-bloggs…) gesucht wird und Besucher hier aufschlagen. :-)

Nun ist auch seit gestern das Video der letzten c’t Sendung online abspielbar. Einfach auf das Bildchen klicken und bis 11 Minuten vor Ende der Sendung “vorspulen” (im Player steht rechts unten die Anzeige der Videorestlaufzeit), dann: Gucken!

Genussblogs im TV

Gebloggt am 23.01.2008 von TheoH im Blog | 4 Kommentare »

Im Interview: Thomas Günther - Weinverkostungen.de

Vorschaubild, wenn das Tool so will
Thomas Günther bloggt unter der Domain weinverkostungen.de seit dem 7. Juli 2006. Zudem betreibt er die Weinblogsuchmaschine wein-blogs.de. Wie unschwer den Domainnamen zu entnehmen ist, geht es bei ihm hauptsächlich um Wein. Thomas Günther hat vor einigen Wochen mit einer Reportage über Urheberrechtsverletzungen beim REWE Konzern auf sich und sein Blog aufmerksam gemacht. Thomas Günther hat sich am 21. Januar 2008 den Fragen von Genussblogs.net gestellt.

Genussblogs: Schön, dass es klappt, dann willkommen bei Genussblogs.net!
Von wo bloggst du denn? Schreibtisch, Sofa oder machst das liegend im Bett?

ThomasGünther: Ich blogge fast immer von zuhause aus und sitze am Schreibtisch. Ausnahmen sind Veranstaltungen, wo ich mir dann ein ruhiges Plätchen mit WLAN suche.

Genussblogs: Machst du deine Weinverkostungen direkt am PC oder eher “offline” und schreibst später darüber?

ThomasGünther: Anfangs war das live. Das kommt auch immer noch vor, dass es direkt veröffentlicht wird. Ich schreibe die Notizen jetzt auch meistens am Computer. Aber das wird häufig etwas zeitversetzt veröffentlicht. Das entzaubert das Bloggen etwas, ist aber so leichter zu handeln.

Genussblogs: Schreib uns doch mal kurz, was für dich einen guten oder besser sehr guten Wein ausmacht.

ThomasGünther : Das ist eine recht schwere Frage. Zum einen sehe ich nicht immer nur meinen Geschmack. Für mich ist ein guter Wein erst mal nicht beliebig. Das heißt aber auch nicht, dass er wuchtig sein soll. Zugleich mag ich mehrere Stiele. Die Weine können aus der alten oder den neuen Welt kommen. Das ist relativ gleich. Sie sollten jedoch auch ihre Herkunft wiederspiegeln. Ein Riesling aus Australien sollte nicht verwechselbar mit einem von der Mosel sein (und ist es auch meistens nicht).

Genussblogs: Du beschäftigst dich des öfteren mit dem Thema oder Weinen aus dem Lebensmittelhandel, gibt es einen besonderen Grund dafür?

ThomasGünther: Ich finde es sehr schön wenn zur Kenntnis genommen wird, was häufig getrunken wird. Da kommt dem Lebensmittelhandel eine zentrale Rolle zu. Zugleich sehe ich da auch sehr viel kritisch. Das groh des Supermarktes kommt jedoch bei mir im Blog nicht vor. Man darf nicht vergessen, dass der durchschittliche Verkaufspreis dort bei 3 Euro liegt. Und bei den hochpreisigen Weinen fehlt meist der Durchlauf. HIER habe ich mich damit etwas beschäftigt. Der Fachhandel ist daher auch von mir präferiert.

Genussblogs: Ist ja auch wichtiges Thema, der LEH ist für die Weinwirtschaft mehr als ein Motor. In Zusammenhang mit dem LEH, oder im speziellen der REWE hattest du einige Artikel die sich mit Urheberrechtsverletzungen auseinandersetzten. Gab es von REWE auf deine Blogeinträge zum Thema Urherberrechtsverlezung Resonanz?

ThomasGünther : In der Blogszene und von Printmedien (z.B. Süddeutsche Zeitung) gab es sehr große Resonanz. Bei dem Supermarkt wurde eher gemauert. Wobei das eigentlich so ganz gut gelaufen ist. Es ging mir ja nie um diesen speziellen Supermarkt oder um die ganz konkreten Texte. Viel wichtiger war mir die Frage aufzuwerfen, wie man den mit digitalem Eigentum umgeht. Und ich bin der Auffassung, dass nur weil man mit einem Mausklick kopieren kann, dies nicht einfach jedem erlaubt sein soll. Das ist jedoch etwas anderes als bei der Fragestellung mit den Raubkopien. Ich will ja niemanden den Zugang zu meinen Texten vorenthalten, der für diese nicht bezahlen will oder kann.

Genussblogs: Hast du diesen Fall mit REWE zufällig entdeckt oder recherchierst du wo etwas? Also wie bist du überhaupt auf diesen Textklau aufmerksam geworden?

ThomasGünther : Das war ganz simpel. Ich hatte ein Jahr zuvor einen Text bei Wikipedia gelesen. Der war recht eigen. Und da ich ein relativ gutes Gedächtnis für Texte habe, erinnerte ich mich daran als ich das Prospekt in den Händen hielt. Der Rest war dann Recherche. Ich lese mir häufig Werbematerialien durch, da ich die Sprache relativ interessant finde. Man kann da ganz beliebige Prospekte nehmen und man wird gerade bei Weinbeschreibungen seine Freude finden. Wobei: häufig ist das lieblos zusammengeschieben.

Genussblogs: Dein Blog ist thematisch sehr weit gefächert. Neben Weinverkostungen finden sich Themen zu schwarzen Socken, Wilhelm Busch, Journalismus sogar Rezepte finden sich in deinem Blog.
Fühlst du dich Sattelfest beim Thema Wein? Wie kamst du denn eigentlich zum Thema Wein?

ThomasGünther: Also vom gelernten Beruf bin ich Soziologe. Von daher interessieren mich sozio-kulturelle Facetten am Wein. Zum Wein bin ich eigentlich aus Interesse an seiner Vielfältigkeit gekommen. Darüber zu Bloggen ist eine Sache die mir nur Spass macht.

Genussblogs: Du setzt Google Adsense ein, Amazon und hast seit kurzem auch Bannerwerbung auf deinem Blog geschaltet, mit Trigami hast du ebenfalls schon experimentiert. Ist das für dich einfach ein Zusatzverdienst, Kostendeckung oder denkst du einmal davon leben zu können?
Was ich fragen will, wäre das überhaupt denkbar? Vom Bloggen zu leben?

ThomasGünther : Nun ich sehe das als eine Entwicklung an. Zum einen technisch: Amazon und auch Trigami sind bei mir gescheitert. Bei Google-Adsense steht es auf messers Schneide. Hochwertige Werbepartner finde ich jedoch interessant. Ich bekomme da auch immer mehr Anfragen. Dies bedeutet für mich aber immer einen anderen wichtigen Aspekt. Werbung hat keinen Einfluss auf den Inhalt. Das ist bei vielen Printmedien (auch zum Thema Wein) anders. Diesen Luxus kann ich mir erlauben, da ich von den Werbeeinnahmen unabhängig bin. Ich habe eine unbefristete Vollzeitbeschäftigung. Gleichzeitig sehe ich Entwicklungen. Die Besucherzahlen steigen beständig. Mein Blog ist bei einigen Menschen die ich neu kennenlerne bekannt. Ich werde zu Teil schon von mir unbekannten Menschen angesprochen. Von daher hat das Medium Zukunft. Ich sehe auch, dass bei Winzern und Weinwirtschaft (z.B. Importeuren) recht viel Dynamik in Richtung Blog oder allgemein Internet entsteht.
Wo das in ein oder zwei Jahren steht ist jedoch ungewiss.

Genussblogs: Das ist tatsächlich worauf ich hinaus wollte. Schade, du hast also auch noch kein perfektes Rezept gefunden. Mir hat dein Moblog zur Prowein ausserordentlich gut gefallen. Von mir aus hätte es davon viel mehr sein dürfen! Wirst du in diese Richtung wieder einmal etwas unternehmen?

ThomasGünther : Der Moblog auf der ProWein war ein erster Versuch zu einer schnellen und nah am Ereigniss stattfindenden Berichterstattung. Blogs bringen zwei klassische Bilder zurück. Das eine ist der Geschichtenerzähler am Kamin (der Unterschied ist heute nur, dass er besser sein muss als viele andere Medien). Das zweite ist der Reporter. Jemand, der mit Kamera und Notizblock raus geht zu einem Ereigniss. Die modernen Techniken schaffen eine große Nähe zum Ereigniss. Zwei Dinge sind für dieses Jahr geplant. Das eine ist eine Weiterentwicklung des Moblogs auf der ProWein. Die zweite Neuerung wird wahrscheinlich im Herbst stattfinden. Das ist aber noch nicht fertig geplant. Und über ungelegte Eier bloggt man nicht.

Genussblogs: OK, auf den Moblog freue ich mich, und auf den Herbst sowieso. Du stellst den Usern eine Weinblogsuchmaschine bereit, hättest du deren start nicht in der Art “Weinverkostungen kooperiert mit Google” bekannt geben sollen? Wie kam es dazu und wird die Suchmaschine genutzt?

ThomasGünther : Solch eine Kooperation kann eigentlich jeder mit Google machen. Ich wollte eigentlich etwas gemeinschaftsstiftendendes in der Weinblogszene einrichten. Und das ist soweit auch ganz fair. Die Suchergebnisse von Google werden nicht nachträglich beeinflusst. Sie sind lediglich durch einen Filter der Blogadressen gebracht. Es sind inzwischen auch schon fast 50 deutschsprachige Weinblogs berücksichtigt. Die Suchanfragen steigen (Maximum 70 Anfragen an einem Tag). Hinter dieser Blogsuche sehe ich etwas ähnliches wie bei den Genussblogs. Wenn man etwas im Internet an den Start bringt, was für den Nutzer tatsächlich einen Mehrwert bringt (egal in welcher Form) wird es Erfolg haben. Von dieser Seite her solte man Projekte angehen. Egal ob die nun eine kommerziellen oder idellen Charakter (wie die Genussblogs) haben.

Genussblogs: Noch 2 Fragen!
Gibst du uns noch einen Einblick in deinen Feedreader? Nennst du uns 2-3 Blogs auf die du nur ungern verzichten würdest, weil sie dir Spass machen oder wichtig sind?

ThomasGünther : Ich lese eigentlich alle Blogs meiner Blogroll gerne und regelmäßig. Da einen oder zwei herauszugreifen würde andere Blogs ungerechtigter Weise benachteiligen. Nun gut. Den Winzerblog lese ich nicht nur über Feed, sondern auch häufig so, da man die vielen Kommentare so auch mitbekommt. Unter den Blogs, die ihr 1-Jahres-Jubliläum noch nicht hatten, ist Schreiberswein besonders lesenswert. Da sind viele kreative Ideen und die Fotos sind häufig auch so, dass man besser surft als den Feedreader zu bemühen. Ich würde jetzt noch gerne viele andere Blogs mit ihren Vorzügen aufzählen, aber dann würde das Eingabefeld hier zerbersten.

Genussblogs: Also Weinblogs sind schon dein Schwerpunkt…
Zum Schluss eine Frage die ich Zukunft allen Interviewpartnern stellen möchte.
Wen würdest du gerne einmal hier im Interview lesen?
Begründung ist nicht nötig

ThomasGünther : Ich würde gerne mal ein Interview mit Werner Elflein hier lesen.

Genussblogs: Oh wow! Jetzt hast du mich wirklich überrascht. Aber OK, das ist eine gute Idee derer ich mich annehme!
Thomas ich danke dir das du wieder einmal den Anfang gemacht hast. Ich hoffe, es war nicht zu langatmig, aber ich glaube das wird ein schönes Interview zum nachlesen geben.
In diesem Sinne wünsche ich dir noch eine schöne Woche und weiterhin viel Spass mit deinem Blog!!
Vielen Dank

ThomasGünther : Danke dir auch.

Gebloggt am 22.01.2008 von TL im Blog | 2 Kommentare »

Blogger im Interview auf Genussblogs.net

In den nächsten Tagen startet eine neue Serie auf Genussblogs.net auf die wir uns ganz besonders freuen. Wir möchten Genussblogger auf Genussblogs.net zum Interview bitten.
Dies werden hauptsächlich Blogautoren sein, die wir zu ihrem Blog befragen möchten. Wer sich einmal ansieht welche Bandbreite an Blogs in unserem Verzeichnis vorhanden ist, ahnt das dies recht abwechslungsreich sein könnte.
Realisieren werden wir die Interviews in Schriftform, die Blogger bitten wir einfach zu einem Interview auf einem geschützten Bereich dieser Webseite. Dort findet sich dann alles nötige um ein “live” Interview führen zu können. Es sind keine Extrainstallationen oder ähnliches nötig.

Da steckt viel Potential und Spannung drin, wir freuen uns ganz besonders auf dieses neue Feature von Genussblogs.net.

Gebloggt am 22.01.2008 von TL im Blog | 5 Kommentare »

Wo kommt ihr her?

Seit Stunden rauscht es hier auf Genussblogs.net, Besucher um Besucher geben sich die Klinke in die Hand.
Was ist passiert?
Eine Erwähnung im Fernsehen? Oder Radio?
Die meisten Besucher finden via Google zu uns mit dem Suchbegriff Genussblogs.
Hat jemand etwas gesehen oder gehört? Für eine kleine Info wären wir dankbar!

Gebloggt am 19.01.2008 von TL im Blog | 4 Kommentare »